Über 60 Jahre DLRG in Bad Sobernheim

Am Anfang stand das Freibad: Im Sommer 1956 bekam die Felke-Stadt Sobernheim ein eigenes Sole- Schwimmbad. Schon bald reichte es nicht, nur einen Bademeister ganz alleine mit der Beaufsichtigung der vielen Badegäste zu beauftragen. Gerade zu den Stoßzeiten an heißen Sommer- und Ferientagen mußte eine Unterstützung her -  damit war der Grundstein der DLRG Sobernheim gelegt.

Sportlehrer Hermann Niebuhr war der Mann der ersten Stunde: In seiner Freizeit bildete er am Gymnasium Sobernheim Rettungsschwimmer aus, die den Bademeister unterstützen sollten. Nachdem die Sobernheimer Rettungsschwimmer zuerst ein Jahr lang als Untergliederung der Bad Kreuznacher DLRG´ler arbeiteten, wurde am 12. Oktober des Jahres 1957 der Stützpunkt Sobernheim aufgelöst und eine eigene Ortsgruppe gegründet.

Wider Erwarten brachte die Gründung keinen Motivationsschub - im Gegenteil: Die Ortsgruppe schlief im Laufe der Zeit ein. Erst 1964 versuchte man, durch einen neuen Vorstand unter Dr. Dieter Bernert die Ortsgruppe wieder aufleben zu lassen.

Schon bald zeichnete sich ein deutlicher Aufwärtstrend ab und die Zahl der Mitglieder wuchs bis 1969 auf stolze 160. Wegen der steigenden Mitgliederzahl nutzte man ab 1969 neben dem Freibad und  (im Winter) dem Bad Kreuznacher Hallenbad einmal pro Woche das Hallenbad des Paul-Schneider-Gymnasiums in Meisenheim. Bis heute besteht eine gute Verbindung, einmal pro Woche wird im Winter im Meisenheimer Hallenbad trainiert.

Die folgenden Jahre waren geprägt von einer starken Präsenz der Sobernheimer Schwimmer auf Rettungswettkämpfen. Erste Erfolge gab es auf den Bezirksmeisterschaften in Idar-Oberstein, auch bei Wettkämpfen von Bad Münster über Stromberg bis Koblenz waren die Sobernheimer Wasserratten vertreten.

Pastor Rainer Vogt nahm 1976 das Ruder der Sobernheimer Rettungsschwimmer in die Hand. Die folgende Zeit waren die "Fetten Jahre" der Sobernheimer Schwimmer: Sie waren nicht nur auf Bezirks- und Landesmeisterschaften gefürchtet, sie qualifizierten sich mehrere Jahre hintereinander für die Bundesmeisterschaften. Dort standen sie auch oft auf dem Siegertreppchen, holten doch manche Mannschaften zwei Jahre infolge den Titel des Deutschen Vizemeisters. Auch Einzelschwimmer holten den Vizetitel im Bundeswettkampf.

Die starke Präsenz der Bundeswehr in der Felkestadt durch den Flughafen Pferdsfeld wußten auch die DLRG´ler zu nutzen, und wegen der starken Nachfrage wurde 1981 ein Stützpunkt Bundeswehr eröffnet, um auch die Soldaten im Rettungsschwimmen auszubilden.

Von 1984 bis 1987 führte Richard Steffen die Ortsgruppe, bis anschließend Werner Mielke den Vorsitz der Ortsgruppe übernahm. Von nun an wurde ein noch größerer Schwerpunkt auf die Jugendarbeit gelegt. Das seit 1986 regelmäßig stattfindende Zeltlager wurde ausgebaut und auch die jährliche Spaßbadfahrt sowie die Weihnachtsfeier haben in dieser Zeit ihren Ursprung. Doch nicht nur die Jugendarbeit prägte diese Jahre, sondern auch Erfolge beim Rettungsschwimmen, wie z.B. die dreifache Qualifikation zu den Deutschen Meisterschaften, waren vorzuweisen.

Die Jahre 1990 und 91 mußte die Ortsgruppe ohne einen Vorsitzenden verbringen. Zweite Vorsitzende war Jutta Moog, die 1992 schließlich die Führung des Vereins übernahm.

1991 klassifizierte sich zum vorerst letzten mal eine Schwimmerin der DLRG Sobernheim zu den Deutschen Meisterschaften. In den Folgejahren konnten die Sobernheimer Rettungsschwimmer nicht mehr an die alten Erfolge anknüpfen, waren aber regelmäßig an den Bezirks- und Landesmeisterschaften vertreten.

1992 fuhren erstmals acht Mitglieder der Ortsgruppe für zwei Wochen zum Rettungswachdienst an die Ostseeküste. Weitere Einsätze folgten und auch in den letzten Jahren übernehmen die Schwimmer Verantwortung beim Rettungswachdienst, wo die erlernten Techniken in die Praxis umgesetzt werden können. Außerdem zeichnete sich die DLRG immer wieder bei Veranstaltungen anderer Vereine unter dem Motto:"Wo wir sind, ist Freizeit sicher" für die Sicherheit auf dem Wasser verantwortlich.

Weiter ausgebaut wurde auch die Jugendarbeit, mit der sich die Sobernheimer DLRG´ler in Sobernheim einen Namen gemacht haben. Durch die Vielseitigkeit der Angebote hebt sich der Verein von anderen ab: Überraschungsfahrt in ein Spaßbad , Zeltlager, alkoholfreie WunderBar und das gemeinsam mit dem Turnverein durchgeführte Spielfest, um nur einige zu nennen.

Am Ende der Badesaison 1994 begann der lang diskutierte Schwimmbadumbau, der sich bis 1997 hinzog. Das Training wurde anfangs noch im Freibad Sobernheim, dann in den Hallenbädern Bad Kreuznach, Hargesheim, Meisenheim und schließlich Dank großzügiger Unterstützung der Verbandsgemeinde Meisenheim im Meisenheimer Freibad ohne Unterbrechung fortgesetzt.

In der Phase der Umbauarbeiten am Freibad wurde 1995 die Tauchgruppe ins Leben gerufen. Basis der praktischen Ausbildung, in die Teile der Rettungstauchausbildung einfließen, bildet ein fundierter theoretischer Unterbau.

1996 übernahm schließlich Bernd Kappes den Vorsitz der Ortsgruppe.

Nach wie vor arbeitet die Ortsgruppe getreu dem  zentralen Leitsatz der DLRG: "Mache Nichtschwimmer zu Schwimmern und Schwimmer zu Rettern". Neben der Rettungsschwimmausbildung, insbesondere während der seit 1999 zweimal jährlich stattfindenden Trainingslagern, bildet die Ersthelfer-Ausbildung  einen  Schwerpunkt der DLRG-Arbeit in der Ortsgruppe. 1997 wurde im Rahmen der 40-Jahrfeier mit der Durchführung des Felke-Cups die Wettkampftradition im Sobernheimer Freibad wiederbelebt. Selbstverständlich stellte die Sobernheimer DLRG jedes Jahr einen Wachleiter und Wachgänger für den Wachdienst an der Ostsee, unterstützen DLRG´ler die Arbeit der Schwimmeister im Freibad und wachen bei Veranstaltungen über die Sicherheit am Wasser. Eine entscheidende Rolle spielt auch weiterhin die Jugendarbeit mit ihrem vielseitigen Angebot. Bereichert wird die Vereinsarbeit durch gemeinschaftsstiftende Aktivitäten wie  z.B. Helferzeltlagern, der Besuch des Freibadfestes in Echternacherbrück, der Weihnachtsfeier oder seit 1998 auch die von der Ortsgruppe organisierte Skifreizeit in Meransen.